From 1b6d74f41da120b2970429d532ef8ddf6e676cad Mon Sep 17 00:00:00 2001 From: chk Date: Fri, 31 Mar 2023 20:15:46 +0200 Subject: [PATCH] =?UTF-8?q?ada=20updates=20umbr=C3=BCche?= MIME-Version: 1.0 Content-Type: text/plain; charset=UTF-8 Content-Transfer-Encoding: 8bit --- pages/Ausbildung durchführen.md | 74 +++++++------------ ...instellung von Auszubildenden mitwirken.md | 52 +++++-------- ...ssetzungen prüfen und Ausbildung planen.md | 31 +++----- 3 files changed, 54 insertions(+), 103 deletions(-) diff --git a/pages/Ausbildung durchführen.md b/pages/Ausbildung durchführen.md index 6414414..11e268e 100644 --- a/pages/Ausbildung durchführen.md +++ b/pages/Ausbildung durchführen.md @@ -2,14 +2,11 @@ tags:: [[AEVO]], [[ADA]] - ## Grundlagen des Lernens collapsed:: true - - Durch Lernen werden Einsichten, Einstellungen, Kenntnisse und Fertigkeiten erworben, indem der - Lernende sich mit der Umwelt auseinandersetzt und Erfahrungen sammelt. - - Entsprechend dieser Definition ist „Lernen“ viel mehr, als neues Wissen aufzunehmen. Vielmehr - bringt es langfristig die Veränderung von Einstellungen und Verhaltensweisen. Somit eignet sich der Auszubildende zuerst Wissen und Kenntnisse an, die sich (evtl. durch Wiederholungen) in seinem Gedächtnis einprägen und damit zu Fähigkeiten werden. Die hierbei im Laufe der Zeit gemachten Erfahrungen, führen zu einer Veränderung von Einstellungen und Verhaltensweisen. + - Durch Lernen werden Einsichten, Einstellungen, Kenntnisse und Fertigkeiten erworben, indem der Lernende sich mit der Umwelt auseinandersetzt und Erfahrungen sammelt. + - Entsprechend dieser Definition ist „Lernen“ viel mehr, als neues Wissen aufzunehmen. Vielmehr bringt es langfristig die Veränderung von Einstellungen und Verhaltensweisen. Somit eignet sich der Auszubildende zuerst Wissen und Kenntnisse an, die sich (evtl. durch Wiederholungen) in seinem Gedächtnis einprägen und damit zu Fähigkeiten werden. Die hierbei im Laufe der Zeit gemachten Erfahrungen, führen zu einer Veränderung von Einstellungen und Verhaltensweisen. - Erfolgreiches Lernen erfordert es, eine dem Inhalt angepasste Lernsituation und didaktisch aufbereiteten Lernstoff bereitzustellen. Da jeder Mensch anders lernt und Gelerntes behält, ist es wichtig verschiedene Lernbereiche anzusprechen. - - In jedem dieser drei Lernbereiche gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen (= Schwierigkeitsgrad - der Lernziele). Hierbei wird der Grundsatz vom „Einfachen zum Komplexen“ berücksichtigt. + - In jedem dieser drei Lernbereiche gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen (= Schwierigkeitsgrad der Lernziele). Hierbei wird der Grundsatz vom „Einfachen zum Komplexen“ berücksichtigt. - ### Kognitiver Lernbereich - = beschreibt Wissen, erkennen und begreifen (Kenntnisse) - Schwierigkeitsstufen: @@ -31,6 +28,7 @@ tags:: [[AEVO]], [[ADA]] Der Auszubildende nimmt Informationen am besten über das Gehör auf. - ### Haptischer Wahrnehmungstyp Der Auszubildende nimmt Informationen am besten über die Hände/ das Gespür auf. + - kommunikativer Lerntyp - ## Aktivierende Methode collapsed:: true - Um möglichst viele Informationen zu behalten und einen hohen Lernerfolg zu erzielen ist es @@ -41,6 +39,7 @@ tags:: [[AEVO]], [[ADA]] - ## Das Mehrspeichermodell collapsed:: true - Die Aufgabe des Gedächtnisses besteht im Einprägen, Behalten und Abrufen von Informationen. + collapsed:: true Diese Tätigkeiten werden grundlegend von drei verschiedenen, aufeinander bezogenen „Gedächtnissen“ oder „Speichern“ übernommen: - Dem sensorischen Register (Ultra-Kurzzeit-Speicher, Wahrnehmungsspeicher) - Dem Kurzzeitgedächtnis oder -speicher @@ -53,14 +52,13 @@ tags:: [[AEVO]], [[ADA]] Informationen gelangen dann über den ersten Filter weiter in den Kurzzeitspeicher. Das Fassungsvermögen des Ultrakurzzeitgedächtnisses ist fast uneingeschränkt – die Speicherdauer beträgt jedoch nur ca. ¼ bis ½ Sekunde. Innerhalb dieser Zeit wird überprüft, ob den Informationen eine besondere Bedeutung zugemessen wird – ist das nicht der Fall, werden die Informationen gelöscht. Das Ultrakurzzeitgedächtnis ist wie ein Netz: Unwichtige Sinneseindrücke, die das Langzeitgedächtnis nicht für relevant erachtet, fallen durch die Maschen. Ohne spezielles Interesse am Lernstoff, entstehen daher Schwierigkeiten beim Aneignen von Wissen. Der Speicherprozess muss daher durch die Anwendung von Lernstrategien unterstützt werden. - ### Kurzzeitgedächtnis Das Fassungsvermögen des Kurzzeitgedächtnisses ist sehr begrenzt. Es verarbeitet lediglich rund 7 plus/minus 2 Informationseinheiten, so genannte Chunks. Dabei spielt es keine Rolle, wie umfangreich diese Einheiten sind. Es kann sich um Buchstaben, Zahlen, Wörter oder ganze Sätze handeln. Die Größe der Einheiten hängt mit bereits vorhandenem Wissen im Kurzzeitgedächtnis zusammen, also mit wie vielen anderen, bereits im Langzeitgedächtnis gespeicherten Informationen sich die Einheit verknüpfen lässt. - Die Speicherdauer ist unterschiedlich hoch. Der Kurzzeitspeicher funktioniert nach dem Push-down-Verfahren: Kommt eine neue Informationseinheit hinzu, so wird dafür eine andere gelöscht. Selbst ohne das Eintreffen neuer Informationseinheiten bleibt der Inhalt des Kurzzeitspeichers nur maximal 2 – 4 Minuten bestehen. Im Gegensatz zum Ultrakurzzeitgedächtnis kann dieses Wissen durch eine ständige Wiederholung bewahrt werden. Die Informationen im Kurzzeitgedächtnis sind - vergleichbar mit einem Arbeitsspeicher eines Computers. + Die Speicherdauer ist unterschiedlich hoch. Der Kurzzeitspeicher funktioniert nach dem Push-down-Verfahren: Kommt eine neue Informationseinheit hinzu, so wird dafür eine andere gelöscht. Selbst ohne das Eintreffen neuer Informationseinheiten bleibt der Inhalt des Kurzzeitspeichers nur maximal 2 – 4 Minuten bestehen. Im Gegensatz zum Ultrakurzzeitgedächtnis kann dieses Wissen durch eine ständige Wiederholung bewahrt werden. Die Informationen im Kurzzeitgedächtnis sind vergleichbar mit einem Arbeitsspeicher eines Computers. - ### Langzeitgedächtnis + collapsed:: true Das Langzeitgedächtnis speichert das ganze Wissen und die Erfahrungen, die im Lauf des Lebens angesammelt werden. Die Kapazität und die Dauer, der gespeicherten Informationen sind nahezu unbegrenzt. - Damit diese Informationen dauerhaft im Langzeitgedächtnis abgelegt werden können, müssen - sie einige Kriterien erfüllen. + Damit diese Informationen dauerhaft im Langzeitgedächtnis abgelegt werden können, müssen sie einige Kriterien erfüllen. Unter anderem: - Verknüpfung mit bereits gespeichertem Wissen - Persönliches Interesse @@ -72,16 +70,13 @@ tags:: [[AEVO]], [[ADA]] - Versuchen Sie, Interesse für den Lernstoff zu entwickeln. - Prägen Sie sich die Informationen bildhaft ein. - Versuchen Sie, die Information außergewöhnlich zu gestalten. - - Versuchen Sie, die Information mit positiven Gefühlen zu verknüpfen oder eine persönliche - Bindung zu erreichen. + - Versuchen Sie, die Information mit positiven Gefühlen zu verknüpfen oder eine persönliche Bindung zu erreichen. - Involvieren Sie möglichst viele Sinne in den Lernprozess. - Wiederholen Sie die Informationen regelmäßig. - ## Vier-Ohren-Modell collapsed:: true - - Friedemann Schulz von Thun ist durch die Entwicklung des Modells der „4 Seiten einer Nachricht“ - bekannt geworden. Oft wird dieses Modell auch als Nachrichtenquadrat oder Kommunikationsquadrat bezeichnet. Daraus leitet sich das „4-Ohren-Modell“ ab. Es davon aus, dass das Senden und Empfangen einer Nachricht immer auf vier Wegen geschieht. - - Das „4-Ohren-Modell“ zeigt, wie schwer es ist, den Gesprächspartner wirklich zu verstehen. Jedes - „Verstehen“ von Botschaften ist immer nur eine Annahme davon, was Menschen glauben, dass der andere gemeint hat. + - [[@Friedemann Schulz von Thun]] ist durch die Entwicklung des Modells der „4 Seiten einer Nachricht“ bekannt geworden. Oft wird dieses Modell auch als Nachrichtenquadrat oder Kommunikationsquadrat bezeichnet. Daraus leitet sich das „4-Ohren-Modell“ ab. Es davon aus, dass das Senden und Empfangen einer Nachricht immer auf vier Wegen geschieht. + - Das „4-Ohren-Modell“ zeigt, wie schwer es ist, den Gesprächspartner wirklich zu verstehen. Jedes „Verstehen“ von Botschaften ist immer nur eine Annahme davon, was Menschen glauben, dass der andere gemeint hat. So können bestimmte Begriffe für jeden Gesprächsteilnehmer, jeweils aus ihrer Persönlichkeit heraus betrachtet, etwas anderes bedeuten. Ursachen dafür, können ein unterschiedliches Eigenbild und Fremdbild, Bildung oder die Erziehung sein. - Stellen Sie sich vor, Sie fahren zur Arbeit und warten an einer roten Ampel. Die Ampel springt auf grün und der Wagen vor Ihnen fährt nicht los. @@ -96,17 +91,13 @@ tags:: [[AEVO]], [[ADA]] Eine Nachricht enthält Äußerungen, die der Sender von sich selbst preisgibt. Hier erfahren Sie mehr über seine Stimmung. In unserem Beispiel kann es sein, dass Sie es gerade eilig haben und nicht zu spät zur Arbeit kommen wollen. Hinzu können noch weitere offensichtliche Dinge, wie Fahrtüchtigkeit und aufmerksame Teilnahme am Straßenverkehr kommen. - ### 3. Die Beziehung / Beziehungsseite - Eine Nachricht informiert ebenfalls darüber, was der Sender über den Empfänger denkt und wie - beide zueinander stehen – in welcher Beziehung sie zueinander sind. Dieser Aspekt zeigt sich häufig in der Betonung, der gewählten Ausdrucksweise und an anderen körpersprachlichen Signalen, wie der Gestik und Mimik. - In unserem Beispiel, geben Sie durch Ihren Hinweis zu erkennen, dass Sie den Eindruck haben, der - Fahrer im Wagen vor Ihnen benötigt Ihre Hilfe. Auf diese Seite der Nachricht reagiert der Empfänger gewöhnlich besonders sensibel, denn hier fühlt er sich als Person in bestimmter Weise angesprochen oder kritisiert. Oft ist dies deutlich an der Reaktion des Empfängers zu bemerken. - - ### 4.Der Appell / Appellseite - Die meisten Nachrichten haben das Ziel, dass der Sender beim Empfänger etwas erreichen oder - auf ihn Einfluss nehmen möchte. Es ist also eine Aufforderung damit verbunden. Diese Einflussnahme kann offen oder verdeckt erfolgen. In unserem Beispiel wollten Sie vermutlich zum Ausdruck bringen: „Gib Gas! Dann komme ich auch noch über die Kreuzung!“ + Eine Nachricht informiert ebenfalls darüber, was der Sender über den Empfänger denkt und wie beide zueinander stehen – in welcher Beziehung sie zueinander sind. Dieser Aspekt zeigt sich häufig in der Betonung, der gewählten Ausdrucksweise und an anderen körpersprachlichen Signalen, wie der Gestik und Mimik. + In unserem Beispiel, geben Sie durch Ihren Hinweis zu erkennen, dass Sie den Eindruck haben, der Fahrer im Wagen vor Ihnen benötigt Ihre Hilfe. Auf diese Seite der Nachricht reagiert der Empfänger gewöhnlich besonders sensibel, denn hier fühlt er sich als Person in bestimmter Weise angesprochen oder kritisiert. Oft ist dies deutlich an der Reaktion des Empfängers zu bemerken. + - ### 4. Der Appell / Appellseite + Die meisten Nachrichten haben das Ziel, dass der Sender beim Empfänger etwas erreichen oder auf ihn Einfluss nehmen möchte. Es ist also eine Aufforderung damit verbunden. Diese Einflussnahme kann offen oder verdeckt erfolgen. In unserem Beispiel wollten Sie vermutlich zum Ausdruck bringen: „Gib Gas! Dann komme ich auch noch über die Kreuzung!“ - ## Didaktische Prinzipien collapsed:: true - - Prinzipien sind Grundsätze, nach denen das Handeln ausgerichtet wird. In Vorbereitung auf eine - Ausbildungssituation oder Ausbildungseinheit helfen die sogenannten didaktischen Prinzipen bei der Umsetzung bzw. Ausgestaltung eines zuvor definierten Lernziels. Die didaktischen Prinzipien werden auch als pädagogische Prinzipien bezeichnet. + - Prinzipien sind Grundsätze, nach denen das Handeln ausgerichtet wird. In Vorbereitung auf eine Ausbildungssituation oder Ausbildungseinheit helfen die sogenannten didaktischen Prinzipen bei der Umsetzung bzw. Ausgestaltung eines zuvor definierten Lernziels. Die didaktischen Prinzipien werden auch als pädagogische Prinzipien bezeichnet. - ![image.png](../assets/image_1674034063964_0.png) - ### Prinzip der Zielklarheit Das Prinzip der Zielklarheit bezeichnet die eindeutige Formulierung eines Lernziels (operationalisiertes Lernziel). Dieses Prinzip ist berücksichtigt, wenn bei der Formulierung die drei Grundsätze (beobachtbares Endverhalten, Bedingungen/Hilfsmittel und Beurteilungsmaßstab) berücksichtigt wurden. @@ -114,17 +105,13 @@ tags:: [[AEVO]], [[ADA]] Ein Lernprozess ist vor allem dann erfolgreich, wenn der Lernende aktiv in das Geschehen eingebunden ist. Bei diesem Prinzip soll der Lernende nicht nur Objekt des Lernens sein (also derjenige, der Wissen aufnimmt), sondern Subjekt des Lernens (derjenige der das Wissen aktiv anwendet). Durch verbale, aber auch haptische Impulse soll der Auszubildende zum Mitwirken aktiviert werden (z.B.: Beantworten von Fragen, Schreiben von Karten, Anfassen von Gegenständen oder Nachmachen eines Vorgangs). - ### Prinzip der Anschaulichkeit - Der Fokus liegt auf dem multisensorischen Lernen, also dem Lernen mit verschiedenen Sinnen. Bei - diesem Prinzip soll vor allem der visuelle Wahrnehmungskanal des Auszubildenden aktiviert werden, indem durch den Einsatz visueller Medien der Behaltensgrad gefördert wird. + Der Fokus liegt auf dem multisensorischen Lernen, also dem Lernen mit verschiedenen Sinnen. Bei diesem Prinzip soll vor allem der visuelle Wahrnehmungskanal des Auszubildenden aktiviert werden, indem durch den Einsatz visueller Medien der Behaltensgrad gefördert wird. - ### Prinzip der Verknüpfung Lernen erfolgt durch das Anknüpfen neuer Informationen an bereits bekannte Informationen. Es wird somit versucht, neue Inhalte mit bereits vorhandenem Vorwissen in Verbindung zu bringen. Dabei muss vom Bekannten zum Unbekannten, vom Einfachen zum Schweren, vom Allgemeinen zum Speziellen und vom Konkreten zum Abstrakten vorgegangen werden. - ### Prinzip der Entwicklungsgemäßheit (auch: Fasslichkeit) - Die Lerninhalte sind auf das Alter, die Lernfähigkeit und den Ausbildungsstand anzupassen. Ein - 16-jähriger Mensch lernt zum Beispiel auf eine andere Art als eine 24-jährige Person. - Hierbei wird das Prinzip der didaktischen Reduktion befolgt: Inhalte werden in Komplexität und - Schwere an das Leistungsniveau des Auszubildenden angepasst (nach dem Prinzip vom Einfachen zum Schweren und vom Konkreten zum Abstrakten). - Im Anschluss erfolgt die didaktische Restitution, indem die vermittelten Einzelteile zum Gesamten - zusammengeführt werden. + Die Lerninhalte sind auf das Alter, die Lernfähigkeit und den Ausbildungsstand anzupassen. Ein 16-jähriger Mensch lernt zum Beispiel auf eine andere Art als eine 24-jährige Person. + Hierbei wird das Prinzip der didaktischen Reduktion befolgt: Inhalte werden in Komplexität und Schwere an das Leistungsniveau des Auszubildenden angepasst (nach dem Prinzip vom Einfachen zum Schweren und vom Konkreten zum Abstrakten). + Im Anschluss erfolgt die didaktische Restitution, indem die vermittelten Einzelteile zum Gesamten zusammengeführt werden. - ### Prinzip der Praxisnähe Es ist wichtig, die Praxis mit dem Lernprozess zu verbinden, da die Arbeit in authentischen Situationen und echten „Fällen“ motivierend wirkt und somit die Lernfähigkeit begünstigt. @@ -148,33 +135,27 @@ tags:: [[AEVO]], [[ADA]] die Arbeitsabläufe praktisch einzusetzen und die Lerninhalte auf ähnliche Situationen mit gleicher Problemstruktur zu übertragen. - ## Ermüdung und Erholung – Biorhythmus collapsed:: true - - Jeder Mensch hat im Tagesverlauf „Hochs und Tiefs“ bei der Leistungsfähigkeit zu bewältigen. - Dabei folgt der Körper einem bestimmten biologischen Rhythmus, der bei der Planung von - Lernprozessen beachtet werden sollte und der über den Tag verteilt Schwankungen unterliegt. + - Jeder Mensch hat im Tagesverlauf „Hochs und Tiefs“ bei der Leistungsfähigkeit zu bewältigen. Dabei folgt der Körper einem bestimmten biologischen Rhythmus, der bei der Planung von Lernprozessen beachtet werden sollte und der über den Tag verteilt Schwankungen unterliegt. Ebenfalls damit verbunden sind die Regelung und die Gestaltung der Pausen sowie das Jugendarbeitsschutzgesetz und das Arbeitszeitgesetz. - ![image.png](../assets/image_1674034460819_0.png){:height 350, :width 603} - Demnach sollten Sie die Vermittlung von Wissen und die Erledigung von Arbeiten, welche eine hohe Konzentration erfordern oder komplexe Sachverhalte beinhalten in die Leistungsspitzen der Vormittagsstunden legen. - - Die Zeit nach der Mittagspause, also im Leistungstief, kann für Wiederholungen genutzt werden. In - Zeiten geringerer Leistungsfähigkeit sollte außerdem vermehrt auf den Arbeitsschutz geachtet werden, denn wenn die Konzentration nachlässt, steigt das Risiko von Arbeitsunfällen. + - Die Zeit nach der Mittagspause, also im Leistungstief, kann für Wiederholungen genutzt werden. In Zeiten geringerer Leistungsfähigkeit sollte außerdem vermehrt auf den Arbeitsschutz geachtet werden, denn wenn die Konzentration nachlässt, steigt das Risiko von Arbeitsunfällen. - Um eine ausreichende Erholung zu gewährleisten, sollten Sie als Ausbilder immer wieder Erholungsphasen einplanen. - ## Motivation collapsed:: true - - Motivation = alle Beweggründe und Einflüsse, die eine Entscheidung beeinflussen und zu einem - Verhalten oder einer Handlung anregen. + - Motivation = alle Beweggründe und Einflüsse, die eine Entscheidung beeinflussen und zu einem Verhalten oder einer Handlung anregen. - Motivationstheorien orientieren sich überwiegend an Motiven und Anreizen. Daher ist es wichtig, dass Sie als Ausbilder die Motive des Auszubildenden kennen und diese Bedürfnisse gezielt ansprechen können. - Die Motivationspsychologie unterscheidet zwei Arten der Motivation: - ### intrinsische Motivation Die intrinsische Motivation, wird auch primäre oder direkte Motivation genannt. Sie ist die innere Motivation des Menschen. Das Verhalten des Auszubildenden wird dabei durch Spaß, Freude, seine Interessen und durch sein Talent gefördert. - Intrinsisch können Sie einen Auszubildenden motivieren, indem Sie ihm den Sinn und Zweck einer - Tätigkeit aufzeigen. + Intrinsisch können Sie einen Auszubildenden motivieren, indem Sie ihm den Sinn und Zweck einer Tätigkeit aufzeigen. - ### extrinsische Motivation Bei der extrinsischen Motivation, auch als sekundäre oder indirekte Motivation bezeichnet, kommt die Motivation von außen. Sie erfolgt über Lob, Anerkennung, Feedback durch den Ausbilder, die Eigenständigkeit eine Aufgabe zu bearbeiten und die ihm übertragene Verantwortung. Extrinsisch können Sie einen Auszubildenden motivieren, indem Sie ihm Aufgaben übertragen, die er eigenverantwortlich erfüllen soll und ihm die Möglichkeit geben, sich und sein Talent im Unternehmen einzubringen. - ### Faktoren der Lernmotivation - Die Lernmotivation kann durch Sie als Ausbilder, sowie mehrere Faktoren und Bedingungen positiv - beeinflusst werden: + Die Lernmotivation kann durch Sie als Ausbilder, sowie mehrere Faktoren und Bedingungen positiv beeinflusst werden: - Stimmen Sie den Auszubildenden auf die Lernsituation ein. - Nennen Sie die Lernziele und zeigen Sie auf, inwiefern diese für den Auszubildenden selbst und den Betrieb relevant sind. - Machen Sie deutlich, dass die gesteckten Lernziele für den Auszubildenden erreichbar sind. @@ -206,9 +187,7 @@ tags:: [[AEVO]], [[ADA]] Ein Groblernziel, kann die Basis für mehrere Feinlernziele sein. Für Ihre AEVO-Prüfung entscheiden Sie sich jedoch nur für ein Feinlernziel. Ein Feinlernziel beschreibt das genaue Verhalten, welches der Auszubildende am Ende der Ausbildungseinheit aufweisen soll, und lässt dabei keinen Interpretationsspielraum bei der Zielerreichung mehr zu. #+END_IMPORTANT - Das Groblernziel „Waren verkaufswirksam präsentieren“ für einen Auszubildenden zum Kaufmann im Einzelhandel dient als Basis dafür, dass der Auszubildende lernt, dem Kunden - ein hochpreisiges Kleid anders zum Kauf zu präsentieren, als das zum Beispiel bei einem T-Shirt der Fall ist. In der Herrenausstattung, kann auch dazugehören, wie eine Krawatte in verschiedenen Arten gebunden werden kann. Daran ist zu erkennen, wie dasselbe Groblernziel die Basis für mehrere Feinlernziele sein kann. Das Groblernziel des von Ihnen gewählten Themas, übernehmen Sie ebenfalls unverändert in das schriftliche Konzept für Ihre - AEVO-Prüfung. + Das Groblernziel „Waren verkaufswirksam präsentieren“ für einen Auszubildenden zum Kaufmann im Einzelhandel dient als Basis dafür, dass der Auszubildende lernt, dem Kunden ein hochpreisiges Kleid anders zum Kauf zu präsentieren, als das zum Beispiel bei einem T-Shirt der Fall ist. In der Herrenausstattung, kann auch dazugehören, wie eine Krawatte in verschiedenen Arten gebunden werden kann. Daran ist zu erkennen, wie dasselbe Groblernziel die Basis für mehrere Feinlernziele sein kann. Das Groblernziel des von Ihnen gewählten Themas, übernehmen Sie ebenfalls unverändert in das schriftliche Konzept für Ihre AEVO-Prüfung. - Die Feinlernziele müssen demnach individuell durch den Ausbilder definiert werden. Sie werden aus dem Groblernziel abgeleitet und beschreiben das gewünschte (überprüfbare) Endverhalten nach erfolgreichem Lernen ganz konkret. Dieses Feinlernziel ist dann an betriebsspezifische Erfordernisse und den Auszubildenden anzupassen. Da sich die Ausbildungsordnungen nicht so schnell verändern, wie der technische Wandel fortschreitet, sind die Feinlernziele auch an die technischen Veränderungen anzupassen. - Für die Operationalisierung eines Lernziels müssen drei Bedingungen erfüllt werden: @@ -226,7 +205,6 @@ tags:: [[AEVO]], [[ADA]] - unter Beachtung datenschutzrechtlicher Richtlinien (= Bedingung) - vor Dritten sicher und unzugänglich (= Beurteilungsmaßstab) - ## Lernzieltaxonomie - collapsed:: true - Lernen vollzieht sich nicht geradlinig, sondern in Stufen. Daher sind mit den Lernzielen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade verbunden. Werden Lernziele nach Schwierigkeitsgraden geordnet, nennt man das Lernzieltaxonomie. - 1. Stufe - Wissen(Reproduktion) diff --git a/pages/Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken.md b/pages/Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken.md index 554d2eb..5520d7c 100644 --- a/pages/Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken.md +++ b/pages/Ausbildung vorbereiten und bei der Einstellung von Auszubildenden mitwirken.md @@ -8,21 +8,15 @@ tags:: [[AEVO]], [[ADA]] - § 1 (3) BBiG „Die Berufsausbildung hat die für die Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit in einer sich wandelnden Arbeitswelt notwendigen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten (berufliche Handlungsfähigkeit) in einem geordneten Ausbildungsgang zu vermitteln. Sie hat ferner den Erwerb der erforderlichen Berufserfahrungen zu ermöglichen.“ - ### Ziele und Inhalte der Ausbildungsplanung - - Ausführlich dargestellt, werden die Ausbildungsinhalte im Ausbildungsrahmenplan. Diese Inhalte - sollen so vermittelt werden, dass der Auszubildende in der Lage ist eine qualifizierte, berufliche Tätigkeit mit selbstständigem Planen, Durchführen und Kontrollieren durchzuführen. - - Es wird dazu eine Anleitung gegeben, wie die Lernziele sachlich und zeitlich im Ausbildungsberuf - gegliedert werden sollen. - - Die sachliche Gliederung enthält Informationen zu den zu vermittelnden Richt- und Groblernzielen - und darüber, in welcher Tiefe die Lerninhalte zu vermitteln sind. In welchem Ausbildungsjahr die jeweiligen Lerninhalte enthalten sind, legt die zeitliche Gliederung fest. + - Ausführlich dargestellt, werden die Ausbildungsinhalte im Ausbildungsrahmenplan. Diese Inhalte sollen so vermittelt werden, dass der Auszubildende in der Lage ist eine qualifizierte, berufliche Tätigkeit mit selbstständigem Planen, Durchführen und Kontrollieren durchzuführen. + - Es wird dazu eine Anleitung gegeben, wie die Lernziele sachlich und zeitlich im Ausbildungsberuf gegliedert werden sollen. + - Die sachliche Gliederung enthält Informationen zu den zu vermittelnden Richt- und Groblernzielen und darüber, in welcher Tiefe die Lerninhalte zu vermitteln sind. In welchem Ausbildungsjahr die jeweiligen Lerninhalte enthalten sind, legt die zeitliche Gliederung fest. - Der Ausbildungsrahmenplan legt die Mindestinhalte fest, berücksichtigt jedoch nicht die betrieblichen Rahmenbedingungen. Diese werden vom Ausbilder im betrieblichen Ausbildungsplan umgesetzt, wobei folgende Punkte berücksichtigt werden: betriebliche Bedingungen, Vorbildung der Azubis, Ausbildungsmittel, zusätzliche Lehrgänge, Probezeit, Urlaub und Prüfungen. - ### Arten von Ausbildungsplänen: - - Betrieblicher Ausbildungsplan = gesetzlich vorgeschrieben und als Anlage zum dem - Berufsausbildungsvertrag beigefügt. + - Betrieblicher Ausbildungsplan = gesetzlich vorgeschrieben und als Anlage zum dem Berufsausbildungsvertrag beigefügt. - Individueller Ausbildungsplan = legt den genauen Ablauf der Ausbildung festlegt und ist persönlich auf den einzelnen Auszubildenden abgestimmt. - - Versetzungsplan = legt fest, wann für jeden Auszubildenden der Wechsel der Ausbildungsabteilungen erfolgen soll und regelt den Einsatz in den Fachabteilungen über einen - bestimmten Zeitraum. - - Belegplan = bildet die Kapazitäten der einzelnen Lernorte und Ressourcen (Fachabteilungen, - Lernorte, Medien, Fachkräfte und Ausbilder) sowie der dort vorhandenen Ausbildungsplätze ab und zeigt konkret auf, wann die einzelnen Auszubildenden ihre Lernabschnitte durchlaufen. + - Versetzungsplan = legt fest, wann für jeden Auszubildenden der Wechsel der Ausbildungsabteilungen erfolgen soll und regelt den Einsatz in den Fachabteilungen über einen bestimmten Zeitraum. + - Belegplan = bildet die Kapazitäten der einzelnen Lernorte und Ressourcen (Fachabteilungen, Lernorte, Medien, Fachkräfte und Ausbilder) sowie der dort vorhandenen Ausbildungsplätze ab und zeigt konkret auf, wann die einzelnen Auszubildenden ihre Lernabschnitte durchlaufen. - ![image.png](../assets/image_1674025201887_0.png) - Wird während der Ausbildungszeit mit einem Auszubildenden eine Verkürzung der Ausbildungsdauer vereinbart oder soll eine Verlängerung beantragt werden, muss der individuelle Ausbildungsplan an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. - International ausgerichtete Unternehmen geben Ihren Auszubildenden die Möglichkeit einen Teil der Ausbildung in einer ausländischen Niederlassung zu verbringen. Entsprechend §2 BBiG (3) können Teile der Berufsausbildung im Ausland durchgeführt werden, wenn dies dem Ausbildungsziel dient. Die Gesamtdauer darf ein Viertel der Ausbildungsdauer jedoch nicht überschreiten. @@ -43,15 +37,13 @@ collapsed:: true - die Beschäftigung im Betrieb zu fördern und zu sichern. - die Wahl einer Jugend- und Auszubildendenvertretung vorzubereiten und durchzuführen. - darüber zu wachen, dass die zugunsten der Arbeitnehmer geltenden Gesetze, Verordnungen, Unfallverhütungsvorschriften, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen durchgeführt werden. - - die Eingliederung schwerbehinderter und sonstiger besonders schutzbedürftiger Personen zu - fördern. + - die Eingliederung schwerbehinderter und sonstiger besonders schutzbedürftiger Personen zu fördern. - Anregungen von Arbeitnehmern und der Jugend- und Auszubildendenvertretung entgegenzunehmen. - Maßnahmen des Arbeitsschutzes und des betrieblichen Umweltschutzes zu fördern. - Maßnahmen, die dem Betrieb und der Belegschaft dienen, beim Arbeitgeber zu beantragen. - die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer im Betrieb zu fördern. - die Durchsetzung der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern und die Vereinbarkeit von Familie und Erwerbstätigkeit zu fördern. - - Weiterhin ist der Betriebsrat berechtigt, Betriebsratssitzungen sowie Sprechstunden nach Bedarf - durchführen und hat die Möglichkeit, vierteljährlich Betriebsversammlungen einzuberufen. + - Weiterhin ist der Betriebsrat berechtigt, Betriebsratssitzungen sowie Sprechstunden nach Bedarf durchführen und hat die Möglichkeit, vierteljährlich Betriebsversammlungen einzuberufen. - ## Jugend-und Auszubildendenvertretung collapsed:: true - Nach § 60 (1) des Betriebsverfassungsgesetzes können in Betrieben mit in der Regel mindestens fünf Arbeitnehmern, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben (jugendliche Arbeitnehmer) oder die zu ihrer Berufsausbildung beschäftigt sind und das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, werden Jugend- und Auszubildendenvertretungen gewählt werden. @@ -76,10 +68,8 @@ collapsed:: true - Wichtig für eine erfolgreiche Berufsausbildung ist, dass alle Beteiligten an der Ausbildung in enger Abstimmung zusammenarbeiten. - ### Zusammenarbeit Ausbilder und Berufsschule - Die Berufsschule ist ein Lernort und unterstützt den Betrieb bei der betrieblichen Ausbildung im - Dualen System. Sie führt dabei nicht nur den fachtheoretischen Teil der Ausbildung durch, sondern vermittelt Allgemeinbildung und erzieht die Auszubildenden zu „mündigen Staatsbürgern“. - Da die Berufsschulen nach Rahmenlehrplänen unterrichten und die Ausbilder die Ausbildungsordnung als Grundlage verwenden, ist es wichtig, dass jeweils beide Seiten die Inhalte - kennen. + Die Berufsschule ist ein Lernort und unterstützt den Betrieb bei der betrieblichen Ausbildung im Dualen System. Sie führt dabei nicht nur den fachtheoretischen Teil der Ausbildung durch, sondern vermittelt Allgemeinbildung und erzieht die Auszubildenden zu „mündigen Staatsbürgern“. + Da die Berufsschulen nach Rahmenlehrplänen unterrichten und die Ausbilder die Ausbildungsordnung als Grundlage verwenden, ist es wichtig, dass jeweils beide Seiten die Inhalte kennen. - Berufsschule unterstützen den Betrieb bei der betrieblichen Ausbildung - Ausbilder sollte in verschiedenen Bereichen mit der Berufsschule zusammenarbeiten - Zeitliche Abstimmung von Lehrplänen und Ausbildungsplänen @@ -101,8 +91,7 @@ collapsed:: true - Es werden Leistungen in Zwischen- und Abschlussprüfung besprochen und entsprechende Maßnahmen eingeleitet - Falls erforderlich steht der Ausbildungsberater zur Zusammenarbeit zur Verfügung - ### Zusammenarbeit Ausbilder und Agentur für Arbeit - Die Agentur für Arbeit berät die Ausbildungssuchenden über die Berufswahl und unterstützt die - Betriebe bei der Besetzung von offenen Ausbildungsstellen. + Die Agentur für Arbeit berät die Ausbildungssuchenden über die Berufswahl und unterstützt die Betriebe bei der Besetzung von offenen Ausbildungsstellen. Damit die Agentur für Arbeit das Unternehmen hier optimal unterstützen kann, ist es wichtig, regelmäßig im Austausch zu stehen und einen Einblick in die Abläufe des Betriebes zu gewähren. - Die Agentur für Arbeit berät Ausbildungssuchende und unterstützt Betriebe bei der Besetzung von Ausbildungsstellen @@ -119,8 +108,7 @@ collapsed:: true - Teilnahme an Beurteilungsgesprächen - ## Anforderungsprofil collapsed:: true - - Im Vorfeld der Bewerberauswahl ist es wichtig sich Gedanken zu machen, welche Eigenschaften - „der ideale Kandidat“ oder „die perfekte Kandidatin“ mitbringen muss, um die Ausbildung erfolgreich abschließen zu können. + - Im Vorfeld der Bewerberauswahl ist es wichtig sich Gedanken zu machen, welche Eigenschaften „der ideale Kandidat“ oder „die perfekte Kandidatin“ mitbringen muss, um die Ausbildung erfolgreich abschließen zu können. - Ausbildungsrahmenplan - Betriebliche Anforderungen - Spätere Aufgaben @@ -136,8 +124,7 @@ collapsed:: true - Testverfahren - ## Bewerbergewinnung collapsed:: true - - Für Betriebe ist es wichtig, frühzeitig geeignete und interessierte Jugendliche anzusprechen und - für eine Bewerbung im Unternehmen zu begeistern. + - Für Betriebe ist es wichtig, frühzeitig geeignete und interessierte Jugendliche anzusprechen und für eine Bewerbung im Unternehmen zu begeistern. Hierfür gibt es verschiedene Wege passende Kandidaten zu finden. Die gängigsten sind nachfolgend genannt. Der Kreativität sind hierbei jedoch keine Grenzen gesetzt. - Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung der Agentur für Arbeit - Betriebspraktikum @@ -193,9 +180,7 @@ collapsed:: true - Bewerbungsfoto - Kopien der bisherigen Zeugnisse - Bescheinigungen über Praktika (soweit vorhanden) - - Gerade bei Schulabgängern besitzen das Anschreiben und vor allem auch der Lebenslauf, noch - keine wesentliche Aussagekraft über die berufliche Eignung. Allerdings können auf Grundlage der äußeren Form und Kriterien wie Genauigkeit und Sorgfalt, sowie Ausdruck und Satzbau, Rückschlüsse auf den Bewerber gezogen werden. - + - Gerade bei Schulabgängern besitzen das Anschreiben und vor allem auch der Lebenslauf, noch keine wesentliche Aussagekraft über die berufliche Eignung. Allerdings können auf Grundlage der äußeren Form und Kriterien wie Genauigkeit und Sorgfalt, sowie Ausdruck und Satzbau, Rückschlüsse auf den Bewerber gezogen werden. Weiterhin kann das Anschreiben Hinweise zu den Gründen des gewählten Ausbildungsberufs und des Ausbildungsbetriebs geben. Aus den Schulzeugnissen ist meist eine erste Tendenz hinsichtlich den Neigungen (durch @@ -203,8 +188,7 @@ collapsed:: true Zusammengefasst bedeutet das: - die Bewerbungsunterlagen sollten vollständig sein. - - der Bewerber sollte im Anschreiben erklären, warum er sich für den Ausbildungsberuf und den - Betrieb interessiert. + - der Bewerber sollte im Anschreiben erklären, warum er sich für den Ausbildungsberuf und den Betrieb interessiert. - die Benotung in den Schulzeugnissen sollte darauf schließen lassen, dass der Bewerber den Ausbildungsanforderungen gerecht werden kann. - ## Bewerbungsgespräche und Auswahltests collapsed:: true @@ -304,13 +288,11 @@ collapsed:: true - Bei einer Kündigung seitens des Ausbildenden sollte beachtet werden, das Fehlverhalten des Auszubildenden schriftlich abzumahnen. Einerseits um die Möglichkeit zu haben durch die Abmahnung das Vertrauensverhältnis wiederherzustellen und den Auszubildenden zu einer Korrektur des unerwünschten Verhaltens aufzufordern. Andererseits um damit, wenn sich das Verhalten nicht bessern oder wiederholt auftreten sollte, eine Dokumentation zu haben die eine Beendigung unterstützt. Die Kündigung selbst, muss dann ebenfalls schriftlich und unter Angabe der Gründe erfolgen. - Sind die der Kündigung zu Grunde liegenden Tatsachen länger als zwei Wochen bekannt, ist die Kündigung aus wichtigem Grund unwirksam. Ist ein Güteverfahren bei einer außergerichtlichen Stelle eingeleitet, ist die Frist bis zu dessen Klärung gehemmt. - Kündigung durch den Auszubildenden - - Nach § 22 Abs. 2 Nr. 2 BBiG kann der Auszubildende mit einer Frist von vier Wochen das - Ausbildungsverhältnis kündigen, wenn er die Berufsausbildung aufgeben oder eine andere Berufsausbildung aufnehmen will. Die Kündigungserklärung muss schriftlich abgegeben werden. + - Nach § 22 Abs. 2 Nr. 2 BBiG kann der Auszubildende mit einer Frist von vier Wochen das Ausbildungsverhältnis kündigen, wenn er die Berufsausbildung aufgeben oder eine andere Berufsausbildung aufnehmen will. Die Kündigungserklärung muss schriftlich abgegeben werden. - Wird das Ausbildungsverhältnis nach der Probezeit gelöst, kann der Ausbildende oder der Auszubildende Ersatz des durch die Kündigung entstandenen Schadens verlangen. Dieser Anspruch muss innerhalb von drei Monaten nach Beendigung des Ausbildungsverhältnisses geltend gemacht werden. - ### Beendigung durch Aufhebungsvertrag Sollten beide Vertragspartner nach erfolglosen Gesprächen zur der Ansicht gelangen, dass aus verschiedensten Gründen eine erfolgreiche Fortsetzung der Ausbildung nicht möglich ist, kann in beiderseitigem Einvernehmen ein Aufhebungsvertrag geschlossen werden. Damit einigen sich der Ausbildende und der Auszubildende darauf, das Ausbildungsverhältnis zu einem bestimmten Zeitpunkt zu beenden. - Der Aufhebungsvertrag ist schriftlich zu schließen, wobei es inhaltlich keine konkreten Vorgaben gibt. Sieht für tarifvertragsgebundene Parteien der Tarifvertag allerdings für diesen Fall Regelungen vor, sind diese zu beachten. Meist kann die jeweils zuständige Stelle Muster für Aufhebungsverträge zur - Verfügung stellen. + Der Aufhebungsvertrag ist schriftlich zu schließen, wobei es inhaltlich keine konkreten Vorgaben gibt. Sieht für tarifvertragsgebundene Parteien der Tarifvertag allerdings für diesen Fall Regelungen vor, sind diese zu beachten. Meist kann die jeweils zuständige Stelle Muster für Aufhebungsverträge zur Verfügung stellen. - ### Grundsätzliches - Bei minderjährigen Auszubildenden ist grundsätzlich zu beachten, dass die Kündigungserklärung gegenüber dem gesetzlichen Vertreter abgegeben werden muss. Der Zugang an ein Elternteil reicht dabei aus. - Kündigt ein minderjähriger Auszubildender, so benötigt er die vorherige Einwilligung des gesetzlichen Vertreters. Auch bei einer Kündigung während der Probezeit müssen andere evtl. geltende gesetzliche Regelungen beachtet werden. So zum Beispiel auch das Kündigungsverbot entsprechend dem Mutterschutzgesetz oder die Bestimmungen des Schwerbehindertengesetzes. \ No newline at end of file diff --git a/pages/Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen.md b/pages/Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen.md index 1bb3249..24be9dc 100644 --- a/pages/Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen.md +++ b/pages/Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen.md @@ -2,6 +2,7 @@ tags:: [[AEVO]], [[ADA]] - ## Bedeutung für Auszubildenden, Unternehmen, Gesellschaft und Staat id:: 63c7ab2d-1d65-497e-9225-97b48c5ffc67 + collapsed:: true - ### Auszubildenden (individuelle Ziele) - Einstieg in das Berufsleben - Arbeitsplatz und Lebensunterhalt sichern @@ -255,20 +256,15 @@ collapsed:: true - **Chancengleichheit**: Recht des Einzelnen auf Bildung, ohne Berücksichtigung von sozialer Schicht, Herkunft oder Staatsangehörigkeit - **Durchlässigkeit**: Bildungswege erlauben einen Übergang zwischen z.B. schulischer und beruflicher Ausbildung, sowie einem Hochschulstudium - **Transparenz**: Das allgemeine Bildungswesen und die berufliche Bildung sind überschaubar und verständlich - - **Gleichwertigkeit**: Gleichwertige politische und gesellschaftliche Anerkennung von beruflicher - Bildung und Studium soll gegeben sein + - **Gleichwertigkeit**: Gleichwertige politische und gesellschaftliche Anerkennung von beruflicher Bildung und Studium soll gegeben sein - ### Schulische Berufsausbildung - Eine schulische Berufsausbildung (vollzeitschulische Ausbildung) wird ausschließlich an einer Berufsfachschule durchgeführt. Berufsfachschulen haben das Ziel, Schülern und Schülerinnen die Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit zu vermitteln und zu vertiefen, ihnen berufliche Grundqualifikationen für einen oder mehrere anerkannte Ausbildungsberufe beizubringen oder sie zu einem Berufsausbildungsabschluss in einem Beruf zu führen. - Sie erweitern die vorher erworbene allgemeine Bildung und können einen darüberhinausgehenden - Schulabschluss ermöglichen. Die Bildungsgänge dauern in Vollzeit (Regelform) - mindestens ein Jahr. + Sie erweitern die vorher erworbene allgemeine Bildung und können einen darüber hinausgehenden Schulabschluss ermöglichen. Die Bildungsgänge dauern in Vollzeit (Regelform) mindestens ein Jahr. - Im Regelfall wird für schulische Ausbildungen keine Ausbildungsvergütung bezahlt. Den Auszubildenden können jedoch verschiedene Kosten wie etwa Lehrgangsgebühren (an privaten Einrichtungen), Kosten für Fachliteratur oder Prüfungsgebühren entstehen. - ### Duales Studium - Ein Duales Studium verbindet ein Studium an einer Fachhochschule, Berufsakademie oder Universität, mit einer Berufsausbildung oder mit Berufspraxis in einem Unternehmen. Es - enthält somit berufliche Bestandteile in Form einer Ausbildung oder - Praxisphasen. - - Das Studium findet somit an zwei Lernorten – der Hochschule und dem Betrieb statt, wodurch ein enger Praxisbezug gewährleistet ist. Die Voraussetzung für ein Duales Studium - ist der Abschluss eines Vertrags mit einem Unternehmen. + enthält somit berufliche Bestandteile in Form einer Ausbildung oder Praxisphasen. + - Das Studium findet somit an zwei Lernorten – der Hochschule und dem Betrieb statt, wodurch ein enger Praxisbezug gewährleistet ist. Die Voraussetzung für ein Duales Studium ist der Abschluss eines Vertrags mit einem Unternehmen. - ## Duales System collapsed:: true - Duales System bedeutet, die Berufsausbildung findet sowohl in der Berufsschule als auch im @@ -283,7 +279,7 @@ collapsed:: true - ### § 14 BBiG – Berufsausbildung - (1) Ausbildende haben dafür zu sorgen, dass den Auszubildenden die berufliche Handlungsfähigkeit vermittelt wird, die zum Erreichen des Ausbildungsziels erforderlich ist, und die Berufsausbildung in einer durch ihren Zweck gebotenen Form planmäßig, zeitlich und sachlich gegliedert so durchzuführen, dass das Ausbildungsziel in der vorgesehenen Ausbildungszeit erreicht werden kann. - ### Merkmale und Aufgaben der Berufsschule - - Die Berufsschule ist der Partner der Ausbildungsbetriebe und unterstützt die Erlangung der beruflichen Handlungsfähigkeit. Die Teilnahme am Berufsschulunterricht ist für die Auszubildenden Pflicht. Berufsschulen Teilzeitschulen. Der Unterricht ist entweder ein- bis zweimal in der Woche oder als Blockunterricht gestaltet. + - Die Berufsschule ist der Partner der Ausbildungsbetriebe und unterstützt die Erlangung der beruflichen Handlungsfähigkeit. Die Teilnahme am Berufsschulunterricht ist für die Auszubildenden Pflicht. Berufsschulen sind Teilzeitschulen. Der Unterricht ist entweder ein- bis zweimal in der Woche oder als Blockunterricht gestaltet. - Die Berufsschule vermittelt fertigkeitsunabhängige, also fachtheoretische und allgemeinbildende Lerninhalte. Im Wesentlichen können diese in drei Bereiche aufgegliedert werden: - Allgemeiner Unterricht @@ -294,8 +290,7 @@ collapsed:: true - Ausbildungsbetrieb - Vermittlung beruflicher Fertigkeiten und Kenntnisse mit dem Ziel, dass mit bestandener Ausbildung die volle berufliche Handlungsfähigkeit erreicht ist - Berufsschule - - Vermittlung berufsübergreifender Kenntnisse und beruflicher, fertigkeitsunabhängiger - Fachkenntnisse + - Vermittlung berufsübergreifender Kenntnisse und beruflicher, fertigkeitsunabhängiger Fachkenntnisse - #### Verantwortung - Ausbildungsbetrieb - Rechtliche Verantwortung der Berufsausbildung auf Grundlage des Berufsbildungsgesetzes @@ -332,18 +327,15 @@ collapsed:: true - an einem Berufsschultag mit mehr als fünf Unterrichtsstunden von mindestens je 45 Minuten, einmal in der Woche, unter Anrechnung der durchschnittlichen täglichen Ausbildungszeit. Für einen weiteren Berufsschultag in der selben Woche erfolgt die Anrechnung der Berufsschulunterrichtszeit einschließlich der Pausen auf die Ausbildungszeit. Nach dem Ende des Unterrichts am zweiten Berufsschultag kann der Auszubildende noch im Betrieb eingesetzt werden. Hierbei ist die höchstzulässige täglichen Ausbildungszeit zu berücksichtigen. Die Wegezeit von der Berufsschule zum Betrieb muss außerdem als Ausbildungszeit angerechnet werden. - in Berufsschulwochen mit einem planmäßigen Blockunterricht von mindestens 25 Stunden an mindestens fünf Tagen, unter Anrechnung der durchschnittlichen wöchentlichen Ausbildungszeit - - Die Noten der Berufsschule werden nicht auf die Abschlussprüfung angerechnet, sondern der - Unterricht soll auf die Abschlussprüfungen vorbereiten. Allerdings geben die Schulnoten Aufschluss darauf, wie die Lerninhalte vom Auszubildenden verstanden wurden. + - Die Noten der Berufsschule werden nicht auf die Abschlussprüfung angerechnet, sondern der Unterricht soll auf die Abschlussprüfungen vorbereiten. Allerdings geben die Schulnoten Aufschluss darauf, wie die Lerninhalte vom Auszubildenden verstanden wurden. - ## Strukturmodelle anerkannter Ausbildungsberufe collapsed:: true - ### Monoberufe Monoberufe sind in sich geschlossene Ausbildungsgänge. Es gelten für alle Auszubildenden eines Ausbildungsberufs einheitliche Berufsbilder, Ausbildungsrahmenpläne und Prüfungsanforderungen. - ### Berufe mit Spezialisierungen - Hier wird nach - Schwerpunkten oder Fachrichtungen differenziert, wobei keine eigene Ausbildungsordnung gerechtfertigt ist. Diese Ausbildungen weisen neben gemeinsamen auch spezialisierte Ausbildungsinhalte auf. Gemeinsame Inhalte werden in der Regel während mindestens zwei Dritteln, spezialisierte Inhalte während maximal einem Drittel der Ausbildungsdauer vermittelt. Ein Beispiel hierfür ist der Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel, Fachrichtung Außenhandel. + Hier wird nach Schwerpunkten oder Fachrichtungen differenziert, wobei keine eigene Ausbildungsordnung gerechtfertigt ist. Diese Ausbildungen weisen neben gemeinsamen auch spezialisierte Ausbildungsinhalte auf. Gemeinsame Inhalte werden in der Regel während mindestens zwei Dritteln, spezialisierte Inhalte während maximal einem Drittel der Ausbildungsdauer vermittelt. Ein Beispiel hierfür ist der Ausbildungsberuf Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel, Fachrichtung Außenhandel. - ### Berufe mit Sockelqualifizierung - Für mehrere Ausbildungsberufe sind gemeinsame Grund- und Sockelqualifikationen festgelegt, - die im ersten Ausbildungsjahr vermittelt werden. + Für mehrere Ausbildungsberufe sind gemeinsame Grund- und Sockelqualifikationen festgelegt, die im ersten Ausbildungsjahr vermittelt werden. - ### Berufe mit kodifizierten Zusatzqualifikationen Hier legt die Ausbildungsordnung fest, dass neben den Pflichtqualifikationen weitere Wahlqualifikationseinheiten im Ausbildungsvertrag vereinbart werden können (z.B. Kauffrau für Büromanagement). - ### Stufenausbildung @@ -444,8 +436,7 @@ collapsed:: true die Chance auf eine Übernahme in eine betriebliche Ausbildung besteht. - ### Überbetriebliche Ausbildung - Maßnahmen, die dazu dienen Ausbildungsinhalte zu vermitteln, die nicht im Ausbildungsbetrieb abgedeckt werden können, werden als „überbetriebliche Ausbildung“ bezeichnet. Damit wird dann den Anforderungen aus § 27 BBiG entsprochen, um einen Mangel in der Eignung der betrieblichen Ausbildungsstätte auszugleichen. - Möglich ist jedoch auch, dass bestimmte Ausbildungsinhalte ganz bewusst in anderen Unternehmen vermittelt werden, um so ergänzende oder vertiefende Ausbildungsinhalte zu - ermöglichen. + Möglich ist jedoch auch, dass bestimmte Ausbildungsinhalte ganz bewusst in anderen Unternehmen vermittelt werden, um so ergänzende oder vertiefende Ausbildungsinhalte zu ermöglichen. Die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Unternehmen oder gemeinsam organisierte Ausbildungsmaßnahmen einer Branche, mit dem Ziel die Qualität der betrieblichen Ausbildung zu erhöhen, werden ebenfalls als überbetriebliche Ausbildung bezeichnet. - ### Die Verbundausbildung - Die Verbundausbildung (§ 10 Abs. 5 BBiG) ist eine Kooperation einzelner Betriebe bei der Ausbildung.